On Tour

VW Cross Phaeton – Balkan-Rallye (Airmatic)

Written by Dokafun / BenzOilMan

Airmatic

Auch wenn die Bezeichnung Airmatic eigentlich Modellen des Herstellers Mercedes vorbehalten bleiben, nenne ich die von Volkswagen etwas sperrig sogenannte 4-Corner-Luftfederung mit kontinuierlich verstellbarer Dämpferregelung (CDC) trotzdem so. Ich habe mich – wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt – vorliegend entschieden, ein Bypass-System für die Airmatic zu installieren. Jeglicher Fehler in diesem hochkomplexen System birgt das Risiko eines Totalausfalls. Das gilt im Übrigen für alle Fahrzeuge mit Luftfederung. Jeder, der sich einigermaßen mit der Vorbereitung von Fahrzeugen auf Touren in unwegsamen Gelände auskennt, rät dringend davon ab oder empfiehlt einen Umbau auf Stahlfedern. Der VW Touareg wiederum gilt als wirklich guter und geländetauglicher Geländewagen. Gerade das Luftfahrwerk hat seine Verbreitung aus meiner Sicht aber ziemlich gehemmt. Schade eigentlich, ich halte den Touareg für maximal unterschätzt und habe wirklich gute Erfahrungen mit dem Modell gemacht z.B. als Zugfahrzeug für schwere Pferdeanhänger und auch abseits der üblichen Pfade. Interessanterweise besaßen einige frühe Modelle des Touareg 7L ab Werk einen Anschluss für einen Reifenfüllschlauch unter dem Beifahrersitz (gespeist vom Kompressor des Fahrwerks). Damit konnte man aber nicht Luft zuführen, sondern nur Luft entnehmen. Auf dem Zubehörmarkt gibt oder gab es tatsächlich spezielle Notbefüllungskits (Emergency Inflation Kits) für den Touareg und den auf der gleichen Plattform wie der Phaeton gebauten Bentley Continental. Diese werden genau für das von mir beschriebene Szenario genutzt. Ich wollte das jetzt aber nicht ausprobieren, sondern lieber hier vor Ort bauen lassen. So blöd ist die Idee also schon mal nicht.

Der Phaeton besitzt vier Luftfederbälge, die über einen Ventilblock mit Druckluft versorgt werden. Im Normalbetrieb regelt das Steuergerät den Druck. Im Notbetrieb soll der defekte Kompressor oder Ventilblock umgangen werden, jede Luftfeder manuell befüllbar sein, den Druck im jeweiligen Federbein einschließen und anschließend ohne weitere Regelung weiterfahren. Das ist das Ziel. Die beste Stelle zum Anzapfen der Leitungen ist vermutlich nicht direkt am Federbein, sondern möglichst nahe am Ventilblock bzw. an den Leitungen, die zu den vier Luftfedern führen. Dort sind die Leitungen gut zugänglich und geschützt. Jede Leitung bekommt ein T-Stück, von dem eine zusätzliche Leitung zu einem manuellen Anschluss geführt wird. So bleibt die originale Leitung unangetastet und die Zusatzinstallation ist sauber rückrüstbar.

Für jede Luftfeder sind ein T-Stück passend für die Kunststoff-Druckluftleitung, ein manuelles Absperrventil (Kugelhahn oder Mini-Luftventil) sowie ein Schrader-Ventil vorzusehen. Für die Hinterachse sollen die Zugänge im rechten Kofferraumfach untergebracht werden, wo sich bereits viele Komponenten befinden. Dort sind die Anschlüsse trocken, leicht erreichbar und vor Steinschlag geschützt. Dort sind die zwei Schrader-Ventile und zwei Absperrhähne zu installieren. Damit lassen sich beide hinteren Luftfedern unabhängig bedienen. Für die Vorderachse bietet sich der Motorraum an, beispielsweise im Bereich neben dem Bremskraftverstärker oder an einer stabilen Halterung nahe der Spritzwand. Auch hier zwei Schrader-Ventile und zwei Absperrhähne installieren, möglichst gegen Schmutz geschützt. Natürlich ist ein zusätzlicher mobiler 12-V-Kompressor erforderlich, 10–12 bar Arbeitsdruck, möglichst ölfrei, Spiralschlauch und Reifenfüllpistole. Damit kann man sowohl Reifen als auch die Luftfederung versorgen, so der Plan.

An Ersatzteilen für das Luftfahrwerk sehe ich einstweilen vor 1 oder 2 Kompressorrelais, Sicherungen, Ventilblock, Reparaturverbinder für Luftleitungen, mehrere Meter passende Druckluftleitung, Steckverbinder, O-Ringe, T-Stücke, Blindstopfen, Schrader-Ventile, Ventileinsätze, Lecksuchspray, elektrische Steckverbinder, einen Kabelreparatursatz sowie zusätzliche Masseleitung. Die hatte ich aber schon oben auf der Agenda. Prophylaktisch werde ich das Kompressorrelais sowie den Trocknereinsatz des Kompressors, den Kompressorfilter sowie alle O-Ringe am Ventilblock tauschen. Den Kompressor selbst lasse ich unangetastet, wenn mir nicht die VCDS-Analyse etwas anderes nahelegt. An zusätzlichen Schutzmaßnahmen werden alle Luftleitungen mit Scheuerschutzschlauch versehen und der Bereich des Kompressors gegen Schlamm und Spritzwasser abgeschirmt, ohne die Belüftung zu behindern. Ich werde den Kabelbaum zum Kompressor zusätzlich mit Wellrohr schützen und alle Massepunkte im Bereich des Luftfahrwerks reinigen und konservieren. Das ist mal ein Vorhaben. Ich habe noch keine Ahnung, wer mir das machen soll. Selber? Wohl eher nicht, auch wenn ich „ich“ geschrieben habe. Jedenfalls habe ich mir von KI einen Bauplan (Beitragsbild) erstellen lassen. Mit dem kann ich ja mal bei der einen oder anderen Firma vorstellig werden. Ich habe den Plan schon mal meinem Lieblingsschrauber gezeigt, der mich nicht gleich nach Hause geschickt hat. Er hat mir aber nach erster recherche gesagt, dass es gar nicht so einfach sei, die benötigten Teile zu finden. Schließlich sei von Spitzendrücken von 20 bar auszugehen. Ich berichte weiter.

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